hertel 300. geburtstag

Ein Blumenstrauss für Hertel

Ein Geburtstagsfest in Musik zum 300. von Johann Wilhelm Hertel (1727 – 1789) mit Werken illustrer Gäste: 

des Vaters Johann Christian Hertel (1697 – 1754)
des bewunderten Freundes Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
des Lehrers und Freundes Franz Benda (1709 – 1786) 
und des väterlichen Freundes und Lehrers Carl Höckh (1707 – 1773)

Konzerte:

Mittwoch, 5. Mai 2027: Solothurn, Jesuitenkirche, SO
Freitag, 7. Mai 2027: Schloss Lenzburg, AG
Samstag, 8. Mai 2027: Bern, Menuhin-Forum
Sonntag, 9. Mai 2027: Kloster St. Urban, LU
Donnerstag, 13. Mai 2027: St. Gallen, Festsaal Stadthaus
Freitag, 14. Mai 2027: Basel, GGG-Saal Schmiedenhof

Grenzklang:

Sabina Weyermann Oboe und Oboe d’amore
Irene Benito Violine
Mojca Gal Violine
Annette Kappeler Viola
Bettina Messerschmidt Violoncello, Konzept
Dina Kehl Gambe und Kontrabass
Yves Bilger Cembalo

Ein Blumenstrauss für Johann Wilhelm Hertel – zwischen Sturm und Drang und Blumenversand

Mit diesem Programm bringt Grenzklang dem Schweizer Publikum den «Grossen Mecklenburger», wie Carl Philipp Emanuel Bach den 1727 in Eisenach geborenen Johann Wilhelm Hertel anerkennend nannte, näher. Aus Anlass des 300. Geburtstages des Frühklassikers hat Grenzklang Lehrer, Schüler und Zeitgenossen von Johann Wilhelm Hertel (1727 – 1789) als Geburtstagsgäste geladen und präsentiert einen bunten Strauss von Kammer- und Orchestermusik in verschiedensten Besetzungen. 

Hertel dürfte auch an einem echten Blumenstrauss grosse Freude gehabt haben, war er doch ein passionierter Nelkenzüchter wie auch schon sein Vater, der Komponist Johann Christian Hertel (1697 – 1754). Die grosse Bedeutung und Verbreitung dieses «Hobbies» kann man an folgender Anekdote ablesen: Hertels Vater war es in Eisenach gelungen, die erste gelbe Nelke zu züchten. Daraufhin reiste Johann Wilhelms späterer Lehrer und Freund Carl Höckh eigens nach Eisenach, um bei Vater Hertel die neue Nelke zu sehen. 

Ob die Blumen Einfluss auf die Musik von Johann Wilhelm Hertel hatten, können wir nicht belegen, aber es liegt nahe. Die stets von innen empfundene Natürlichkeit und Wärme seiner Musik, sowie ihre hohe Qualität sind der Grund dafür, dass die (neue Grenzklang-) Cellistin Bettina Messerschmidt eine Botschafterin in Sachen Hertel geworden ist und ihn auch dem Schweizer Publikum näher bringen möchte. Dabei war die Begegnung mit dem Cellokonzert a-moll eine Art Initialzündung. Kraft, Sinnlichkeit und Expressivität dieses Konzertes haben Bettina Messerschmidt von Anfang an fasziniert. Am Beginn ihrer Laufbahn, in den 90er Jahren, hatte sie in Schwerin über Stefan Fischer, einen Orchesterkollegen und profunden Kenner der barocken Schätze der (heutigen) Landesbibliothek Mecklenburg/Vorpommern, die Werke Johann Wilhelm Hertels kennen und lieben gelernt. Die Handschrift des Cellokonzertes a-Moll fand Stefan Fischer aber dann Ende der 1990er Jahre in der Bibliotheek Koninklijk Conservatorium Brussel und nicht in Schwerin. Nach dieser grossen Entdeckung war es für Bettina Messerschmidt spannend und eine grosse Freude und Ehre, dieses und später auch das Schwesterkonzert in A-Dur zu ihrer ersten Wiederaufführung seit der Entstehungszeit bringen zu dürfen. 

Wie diese beiden Konzerte existier(t)en Hertels Kompositionen bis in unsere Tage hinein in den meisten Fällen nur als Handschriften. Einzelne Stücke unseres Programmes erklingen so zum ersten Mal wieder seit über 240 Jahren. 

Lassen wir uns neben Hertels eigenen Werken berühren von Kompositionen seiner «Gäste»: Hertels Vater Johann Christian (1697 – 1754), dem Lehrer Carl Höckh (1707 – 1767), dem berühmteren Geigenlehrer Franz Benda (1709 – 1786) und dem verehrten Zeitgenossen und Freund Georg Philipp Telemann (1681 – 1767). 

Für unsere Johann Wilhelm Hertel-Ehrung hat Stefan Fischer, wie damals in den Abendmusiken gebräuchlich, einzelne Sätze aus verschiedenen Stücken zu einem bunten Mosaik gefügt, wobei alle Ensemblemitglieder solistische Aufgaben erhalten. Mit diesem Pasticcio wird der Raum zwischen Barock und Klassik höchst stimmungsreich bespielt. Sozusagen zwischen «Sturm und Drang» und den 200 Nelkensorten, die Hertel nebenbei auch noch züchtete und versandte.