{"id":556,"date":"2023-04-16T14:47:49","date_gmt":"2023-04-16T14:47:49","guid":{"rendered":"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/?page_id=556"},"modified":"2023-05-07T13:55:32","modified_gmt":"2023-05-07T13:55:32","slug":"rezensionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/?page_id=556","title":{"rendered":"rezensionen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p><strong>Rezensionen Hertel &#8211; CD<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"297\" src=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/cd_11_hertel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-426\" srcset=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/cd_11_hertel.jpg 300w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/cd_11_hertel-150x150.jpg 150w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/cd_11_hertel-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/svensopernparadies.wordpress.com\/2021\/02\/27\/johann-wilhelm-hertel-cello-organ-concertos-cpo\/\"><strong>Johann Wilhelm Hertel: Cello &amp; Organ Concertos&nbsp;(CPO)<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Erstellt am&nbsp;27. <a href=\"https:\/\/svensopernparadies.wordpress.com\/2021\/02\/27\/johann-wilhelm-hertel-cello-organ-concertos-cpo\/\">Februar 2021<\/a>,&nbsp;von&nbsp;Sven Godenrath<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Merseburger Hofmusik unter der Leitung von Michael Sch\u00f6nheit gelingt eine ber\u00fchrend Ausformung der Sinfonia in f major von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789). Es folgt das Cello Concerto in A minor, wobei Bettina Messerschmidt die virtuosen Passagen, rhythmisch pr\u00e4gnant, mit hervorragenden dynamischen Abstufungen Ausformung und dann noch diese ber\u00fchrenden Pianopassagen. Das Organ Concerto in g major mit Michael Sch\u00f6nheit an der Orgel und als musikalischer Leiter begeistert zum einen ebenfalls durchs eine rhythmische Pr\u00e4gnanz und die herrlichen dynamischen Abstufungen bei der Orgel. Leider \u00e4hnelt die Sinfonia in d major von der charakteristischen Ausformung etwas zu sehr der vorangegangenen Sinfonie in F major, hier h\u00e4tten die charakteristischen Unterschiede noch etwas feinsinniger herausgearbeitet werden k\u00f6nnen. Abschlie\u00dfend das Cello Concerto in A major, wiederum mit Bettina Messerschmidt am Cello. Auch hier begeistern auf Anhieb die feinsinnig ausziselierten Pianopassagen. Eine im gro\u00dfen und ganzen \u00fcberaus gelungene CD Produktion, die man geh\u00f6rt haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Rezension \u201eKlassik heute\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf Jahre trennen Johann Wilhelm Hertel (1727-1806) von Joseph Haydn (1732-1809), stilistisch allerdings geh\u00f6rt Hertel nicht zu den mutigen Erneuerern der Musik im 18. Jahrhundert wie Haydn, der ja den musikalischen Aufbruch seines Jahrhunderts das ganze Leben hindurch ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt hat. Wo der Autodidakt Haydn seine musikalische Eigenart fr\u00fch entwickelte und Zeit seines Lebens bewahrt und weiter entwickelt hat, blieb Hertel deutlich im Bann seiner Lehrer C. Ph. E. Bach, Carl Heinrich Graun und Franz Benda. Sein lebenslanges Wirken am mecklenburgischen Herzogshof in Schwerin gab seit 1754 Best\u00e4ndigkeit; allerdings verlagerte sich der Schwerpunkt seines Schaffens ab 1756 unter der Herrschaft seines zweiten Dienstherrn, des dem Pietismus anh\u00e4ngenden Herzogs Friedrichs des \u201eFrommen\u201c, auf die geistliche Musik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Engagiertes Votum f\u00fcr Hertels Instrumentalmusik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit zwei Sinfonien, zwei Cellokonzerten und einem (Hertels einzig \u00fcberliefertem) Orgelkonzert pr\u00e4sentiert diese CD ein breites Spektrum der Instrumentalmusik des Komponisten. Die Schweizer Cellistin Bettina Messerschmidt hat mit dieser CD ein Lieblingsprojekt verwirklicht, das sie \u00fcber ein mit gro\u00dfem Engagement durchgef\u00fchrtes Crowdfunding finanziert hat. In der Merseburger Hofmusik unter Michael Sch\u00f6nheit hat sie gleichgesinnte Mitstreiter gefunden. Sympatisch \u00fcbrigens, dass die Musiker auf die Bezeichnung \u201eOriginalinstrumente\u201c verzichten und daf\u00fcr die Formulierung \u201eInstrumente historischer Mensur\u201c w\u00e4hlen, was dem Etikettenschwindel vorbeugt, moderne Nachbauten als gleichrangig zu echten historischen Instrumenten zu apostrophieren \u2013 das sollte Schule machen!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn auch Hertel im Vergleich mit Joseph Haydn \u2013 wie \u00fcbrigens die meisten von Haydns komponierenden Generationsgenossen \u2013 zur\u00fcckbleibt, kann der Rezensent seiner charmanten Musik die Sympathie nicht versagen; und findet er dann auch noch so engagierte und liebevoll musizierende Anw\u00e4lte wie Bettina Messerschmidt, die Merseburger Hofmusik und Michael Sch\u00f6nheit, ist das unterhaltsame H\u00f6rvergn\u00fcgen perfekt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Detmar Huchting, 15.03.2021<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Rezension cpo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Perlen vom Schweriner Hof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es sind wirklich kleine musikalische Perlen. F\u00fcnfzehn an der Zahl und alle nur zwischen zwei und sieben Minuten lang. Aufteilen an der Perlenschnur der neuen Hertel-CD tun sich die Perlen in zwei kurze Sinfonien, zwei erst in den 90ern wiederentdeckte Cellokonzerte und &#8211; quasi als Mittelpunkt &#8211; das einzige Orgelkonzert Hertels. Alle f\u00fcnf Kompositionen sind typische Vertreter der Nach-Bach-Zeit, Musik mit viel Temperament, Tanz und Spielfreude. Die bringen auch die Interpreten auf. Cellistin Bettina Messerschmidt hat h\u00f6rbar Freude an den &#8222;neuen&#8220; alten Kompositionen, die das Cello-Repertoire erfreulich bereichern. Dirigent und Orgelsolist Michael Sch\u00f6nheit bringt die Perlen zum Gl\u00e4nzen und l\u00e4sst ahnen, welche Freude sie seinerzeit bei Hofe erzeugt haben m\u00f6gen. Da alle Musikanten auf historischem Instrumentarium spielen, ist auch die Ann\u00e4herung an das historische Klangbild gew\u00e4hrleistet. Summa summarum: Eine echt gelungene Hertel-CD, die in allen Teilen Spa\u00df macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiernberg<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Besprechung der Hertel-CD im SRF-Musikmagazin von 27.03.2021<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Neuvorstellung-Hertel-Cellokonzerte-Musikmagazin-SRF.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>     <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rezensionen Samuel Scheidt: Liebliche Krafftbl\u00fcmlein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/cd_krafftbluemelein-e1682608107849.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-524\" srcset=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/cd_krafftbluemelein-e1682608107849.jpg 300w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/cd_krafftbluemelein-e1682608107849-150x150.jpg 150w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/cd_krafftbluemelein-e1682608107849-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Rezension cpo<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Kostbare textlich-musikalische Sch\u00f6nheiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein wunderbares Res\u00fcmee (s. \u00dcberschrift) f\u00fcr diese neue Scheidt-CD. Sie findet sich im Booklettext versteckt auf Seite 8. Selten habe ich Ges\u00e4nge geh\u00f6rt, die so intensiv den Luthertext vertonen und ihn musikalisch \u00fcberh\u00f6hen. Die Melodien der Texte d\u00fcrften den meisten H\u00f6rern aus den Choralb\u00fcchern der christlichen Kirchen bekannt sein, die u.a. J.S.Bach auf wunderbare Weise vertont hat. Nat\u00fcrlich verwendet Scheidt seine eigenen Melodien, die er, ganz \u00e4hnlich Sch\u00fctz, in diese kostbaren Sch\u00f6nheiten verwandelt. Mit sparsamsten Mitteln werden die Dialog-Ges\u00e4nge begleitet und \u00fcberlassen den Texten so die (fast) ganze Wirkung. 13 Ges\u00e4nge enth\u00e4lt die CD in, wie man lesen kann, Ersteinspielungen. Die beiden Solisten sind tadellos. &#8222;Eingerahmt&#8220; werden die St\u00fccke von drei Instrumentalkompositionen: eine von Buxtehude und zwei von Kapsberger. Wunderbar vorgetragen von Solistinnen des Collegium Instrumentale aus St.Gallen. Das Booklet ist prima. Nur mit einer Angabe komme ich nicht klar: Angek\u00fcndigt werden die &#8222;Liebliche Krafft-Bl\u00fcmlein&#8220; als &#8222;Zw\u00f6lf Continuo-Begleitende Duette&#8220;. Nach wiederholtem Z\u00e4hlen komme ich aber auf 13(!!). Egal. Vielleicht habe ich ja was \u00fcbersehen und zuviel ist immer besser als zu wenig. Trotzdem eine sehr lohnende Anschaffung f\u00fcr das Repertoire des Fr\u00fchbarock.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiernberg, M\u00e4rz 2023<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Rezension Klassik heute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> Samuel Scheidt (1587-1654), durchaus ein Name f\u00fcr wirkungsvolle Instrumentalst\u00fccke \u2013 besonders f\u00fcr Bl\u00e4ser \u2013 und die Orgelwerke der Tabulatura Nova, wird als Vokalkomponist immer noch untersch\u00e4tzt. Abhilfe kommt jetzt aus St. Gallen mit der Weltersteinspielung aller 12 geistlichen Konzerte f\u00fcr zwei Singstimmen und Generalbass, die er im Jahre 1635 unter dem typisch barocken Titel \u201eLiebliche Krafft Bl\u00fcmlein\u201c in Druck gab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neue Konkurrenz f\u00fcr Heinrich Sch\u00fctz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Samuel Scheidt erhielt den pr\u00e4gendsten Teil seiner Ausbildung in Orgelspiel und Komposition zwischen 1607 und 1609 bei Jan Pieterszoon Sweelinck (1561-1621), dem \u201enorddeutschen Organistenmacher\u201c, in Amsterdam. In seinen Vokalwerken kann Sweelinck als einer der letzten Ausl\u00e4ufer der franko-fl\u00e4mischen Schule angesehen werden. Diese Schulung und Scheidts sp\u00e4tere Zusammenarbeit als Hallenser Hoforganist mit dem von der italienischen Mehrch\u00f6rigkeit faszinierten Hofkapellmeister Michael Praetorius (1571-1621) pr\u00e4gten seinen fr\u00fchen Vokalstil. Die Werke dieser Zeit haben nie die Popularit\u00e4t der Vertonungen eines Johann Hermann Schein (1586-1630) oder Heinrich Sch\u00fctz (1585-1671) \u2013 mit denen er die \u201eDrei gro\u00dfen S\u201c der deutschen Musikgeschichte im 17. Jahrhundert bildet \u2013 erreicht, da sie allzu streng erscheinen und dem Affekt weniger Raum geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso erstaunlicher, dass die 12 geistlichen Konzerte auf Bibelkompilationen der \u201eLieblichen Krafft-Bl\u00fcmlein\u201c, die auf eine offensichtlich intensive Besch\u00e4ftigung mit dem 7. Madrigalbuch von Claudio Monteverdi (1567-1641) schlie\u00dfen lassen, so affektgeladen einherkommen. Scheidt nutzt das gesamte damals bekannte Repertoire an rhetorischen Figuren, um dem H\u00f6rer den Textinhalt auszulegen. \u201eSinget dem Herren\u201c und \u201eIch freue mich\u201c sind als Ritornell-Form gebaut, wie wir sie aus der zeitgen\u00f6ssischen italienischen Oper kennen. Dissonanzenketten erhalten gelegentlich eine geradezu erotische Intensit\u00e4t (\u201es\u00fc\u00dfer denn Honig und Honigseim\u201c, Track 9 gegen Ende). Ein Text wie \u201eHerr, lehre uns bedenken, dass wir sterben m\u00fcssen\u201c und \u201eSie haben am Abend das Weinen\u201c (Ende Track 5) wird in aller Schmerzlichkeit ausgedeutet, die der 30-j\u00e4hrige Krieg \u00fcber die Menschen brachte. Witzig das eingestreute \u201eEia w\u00e4r\u2018n wir da\u201c aus \u201eIn dulci jubilo\u201c in das Sommerst\u00fcck \u201eHerzlich tut mich erfreuen\u201c. Bei h\u00f6heren Anforderungen an die S\u00e4nger, was Intonation bei schnellen Tonartwechseln und Gel\u00e4ufigkeit anbelangt, sind sie somit den \u201eKleinen geistlichen Konzerten\u201c von Sch\u00fctz mindestens ebenb\u00fcrtig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wiederentdeckte Kostbarkeiten, neu belebt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Marie Luise Werneburg und Daniel Johannsen gelang mit ihrer famosen Continuo Gruppe Michael Wersin (Orgel), Andrea Cordula Baur (Chitarrone) und Bettina Messerschmidt (Violoncello und Violoncello piccolo) eine fulminante Ersteinspielung. Die Stimmen von S\u00e4ngerin und S\u00e4nger harmonieren so perfekt, dass ich ein paar \u00fcberfl\u00fcssige eingeschobene \u201eh\u2019s\u201c gern ignoriere. Die Intonation ist makellos, es werden stilsichere Verzierungen angebracht und vor allem: der Text wird sauber artikuliert und in die Linie eingebunden, ohne dass \u00fcberdeutlich Konsonanten gespuckt werden m\u00fcssen. So etwas nennt man Stimmbeherrschung und Phrasierung aus dem Wortsinn. Bravo!<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr hohes Niveau beweist die Continuo-Gruppe nicht nur durch eine affektgem\u00e4\u00dfe Ausgestaltung der Bezifferung, sondern auch durch die eingestreuten Werker von Johann Hieronymus Kapsberger (um 1580-1651) und Dieterich Buxtehude (1637-1707).<\/p>\n\n\n\n<p>Aufnahmetechnisch wurde alles richtig gemacht. Der Booklet-Text des Spiritus Rector der Einspielung, Michael Wersin, ist lesenswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Man wundert sich, dass diese delikaten Werke nicht eher eingespielt wurden. Allerdings ist die Quellenlage kompliziert: Das Werk wurde in drei Stimmb\u00fcchern gedruckt, deren Exemplare sich \u00fcber mehrere Bibliotheken verteilen und nicht alle mehr lesbar sind. Eine moderne Edition findet sich nur in der Gesamtausgabe zu entsprechendem Preis. Hier w\u00e4re \u2013 zumal sie wegen der eher tiefen Tessitur auch f\u00fcr Mezzos und Baritone machbar sind \u2013 dringend eine praktische Ausgabe vonn\u00f6ten. Somit: Es muss nicht immer Sch\u00fctz sein! Klare und herzliche Empfehlung!<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Baack, 17.04.2023<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>AUS DEM ST. GALLER TAGBLATT VOM 3. APRIL 2023, von Bettina Kugler <\/em><br><strong>Unverw\u00fcstliche Zuversicht in schlimmen Zeiten: Eine CD der St.Galler Dommusik leuchtet hell aus dem Barock ins Heute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Sopranistin Marie Luise Werneburg und Tenor Daniel Johannsen singen auf der neuesten Aufnahme der Dommusik unter der Leitung von Michael Wersin fr\u00fchbarocke geistliche Duette von Samuel Scheidt. Die Sammlung \u00abLiebliche Krafft-Bl\u00fcmlein\u00bb entstand, w\u00e4hrend der Dreissigj\u00e4hrige Krieg w\u00fctete \u2013 und die Pest.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie eine Rosenbl\u00fcte, die im Morgentau sacht ihre Bl\u00e4tter \u00f6ffnet, so tut sich auf dieser CD mit den ersten T\u00f6nen eine vermeintlich heile, staunenswert sch\u00f6ne \u2013 aber auch h\u00f6chst zerbrechliche \u2013 Welt auf. Andrea Cordula Bauer, als Musikerin des Collegium Instrumentale h\u00e4u\ufb01g bei Konzerten an der St.Galler Kathedrale zu h\u00f6ren, spielt eine Toccata des Barockmeisters Johann Hieronymus Kapsperger (ca. 1580\u20131651) auf dem zur Lautenfamilie geh\u00f6renden Chitarrone. Die Truhenorgel breitet darunter ein moosweiches Akkordbett aus \u2013 als sollten Coverbild und Titel der im M\u00e4rz beim Label cpo ver\u00f6ffentlichten CD mit allen Sinnen erfahrbar gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vokale Idealbesetzung und frisches, aufmerksames Musizieren \u00abLiebliche Krafft-Bl\u00fcmlein, aus des Heyligen Geistes Lustgarten abgebrochen\u00bb, so nannte Samuel Scheidt (1587\u20131654) seine Sammlung von geistlichen Duetten; klein besetzter, intimer Musik. Das ist keineswegs Ausdruck kitschig-versponnener Fr\u00f6mmelei. Sondern angesichts der Zeit, in der Scheidt als Hoforganist zu Halle wirkte und komponierte, klingendes Zeugnis eines schier unverw\u00fcstlichen Gottvertrauens. Der Dreissigj\u00e4hrige Krieg durchzog Europa mit Gewalt und Verw\u00fcstung, die Pest tat ein \u00dcbriges: Scheidt verlor w\u00e4hrend der Epidemie vier Kinder. Und schuf gleichwohl ein Werk, das durch die Jahrhunderte hell und tr\u00f6stlich in die Gegenwart strahlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Michael Wersin, Studienleiter an der Di\u00f6zesanen Kirchenmusikschule St.Gallen, konnte f\u00fcr das lange vergessene fr\u00fchbarocke Repertoire zwei renommierte Solisten gewinnen, beide stammen sinnigerweise aus einem evangelischen Pfarrhaus: die Sopranistin Marie Luise Werneburg und Tenor Daniel Johannsen. Sie sind eine Idealbesetzung, um die \u00abKrafft-Bl\u00fcmlein\u00bb zum Bl\u00fchen zu bringen, mit klar timbrierten, leicht gef\u00fchrten Stimmen, nat\u00fcrlicher Textverst\u00e4ndlichkeit und Ausdruckskraft. Ihren belebenden Geist entfaltet die Musik auch durch das frische, aufmerksame Zusammenspiel mit der Generalbassgruppe. Und zwischen die \u00abBl\u00fcmlein\u00bb streut Cellistin Bettina Messerschmidt mit der D-Dur-Sonata von Dietrich Buxtehude noch eine edle Perle.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/SRF-Musik-CH.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-632\" srcset=\"https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/SRF-Musik-CH.jpg 300w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/SRF-Musik-CH-150x150.jpg 150w, https:\/\/messerschmidt-cello.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/SRF-Musik-CH-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/audio\/ch-musik\/liebliche-krafft-bluemlein-aus-st-gallen?id=12371586\">Besprechung Samuel Scheidt: <em>\u00abLiebliche Krafft-Bl\u00fcmlein\u00bb<\/em><\/a> <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/audio\/ch-musik\/liebliche-krafft-bluemlein-aus-st-gallen?id=12371586\">in SRF &#8211; Musikszene CH vom 6. Mai 2023, Redaktion: Valerio Benz<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezensionen Hertel &#8211; CD Johann Wilhelm Hertel: Cello &amp; Organ Concertos&nbsp;(CPO) Erstellt am&nbsp;27. Februar 2021,&nbsp;von&nbsp;Sven Godenrath Der Merseburger Hofmusik unter der Leitung von Michael Sch\u00f6nheit gelingt eine ber\u00fchrend Ausformung der Sinfonia in f major von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789). 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